Population Health
Cholesterin erkennen, das Herz schützen

Wie lassen sich bislang unerkannte Cholesterin-Hochrisiken im Klinikalltag identifizieren und gezielt weiterbehandeln? Diese Studie entwickelt und erprobt einen strukturierten Präventionsansatz in der stationären Versorgung.

Warum Cholesterin mehr Aufmerksamkeit verdient

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache weltweit – und auch in Deutschland. Ein zentraler, aber oft unterschätzter Risikofaktor ist ein zu hoher LDL-Cholesterinspiegel, das sogenannte „schlechte Cholesterin“.

Trotz der großen Bedeutung dieses Wertes bleibt er in der klinischen Routine oft unentdeckt oder unbehandelt. Dabei ließe sich das Risiko für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch gezielte Therapie erheblich senken.

Das Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center möchte mit seinem Projekt genau hier ansetzen: Prävention soll nicht erst nach der Entlassung beginnen, sondern direkt im Krankenhaus – dort, wo die Menschen ohnehin in Kontakt mit dem Gesundheitssystem stehen.

Welche Ziele wir verfolgen

Ziel des Projekts ist es, Patientinnen und Patienten mit stark erhöhtem, bislang unentdecktem LDL-Cholesterin frühzeitig zu erkennen, aufzuklären und in die richtige Behandlung zu führen.

Damit möchten wir:

  • die Dunkelziffer unerkannter Hochrisikopatientinnen und -patienten senken,

  • einen strukturierten, präventiven Ansatz in die stationäre Versorgung integrieren,

  • und langfristig die Herzgesundheit vieler Menschen verbessern.

Das Projekt trägt damit direkt zur Charité-Strategie 2030 bei, die den Aufbau interdisziplinärer Präventionsstrategien für breite Bevölkerungsgruppen vorsieht.

Population Health – Cholesterin erkennen, das Herz schützen

Wie Prävention in der Klinik beginnt

Im Rahmen des Projekts werden stationär aufgenommene Patientinnen und Patienten der Charité, bei denen ohnehin Blut abgenommen wird, zusätzlich auf LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a) untersucht.

  • Ärztinnen und Ärzte erhalten täglich eine Übersicht der auffälligen Werte.

  • Betroffene werden von Studienärzten direkt auf der Station informiert und beraten.

  • Die optimale Therapie wird besprochen und – wenn erforderlich – sofort eingeleitet.

  • Im Entlassbrief werden die Befunde und Empfehlungen dokumentiert, sodass auch Hausärztinnen und Hausärzte weiter informiert sind.

  • Bei besonders hohen Werten (>190 mg/dl) wird automatisch ein Termin in der Lipidambulanz der Charité – Campus Benjamin Franklin vereinbart.

Jede Patientin und jeder Patient erhält zudem Informationsmaterialien und eine Lipid-Zielwert-Karte, um die persönliche Therapie langfristig begleiten zu können.

Was wir bereits erreicht haben

Schon in der Pilotphase zeigte sich, wie gut das Konzept angenommen wird – von Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und den Patientinnen und Patienten selbst.

Das Projekt läuft mittlerweile erfolgreich auf mehreren Stationen der Charité. Die bisherigen Ergebnisse zeigen:

  • Viele Hochrisikopatientinnen und -patienten konnten erstmals identifiziert werden.

  • Bei zahlreichen Betroffenen wurde die lipidsenkende Therapie optimiert.

  • Die Rückmeldungen aus dem Klinikalltag sind durchweg positiv.

Eine Ausweitung auf weitere Stationen und Standorte ist in Vorbereitung.

Kontakt
Prof. Elisabeth Steinhagen-Thießen, Studienleitung
Dr. Nagi Elleisy, Studienarzt
Arda Yaycioglu

 

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